Gehen Sie auf eine spannende Entdeckungsreise in eine Region, die aufgrund von Braunkohleabbau und chemischer Industrie bis zum Ende der DDR ökologisches Notstandsgebiet war. Seit der politischen Wende 1989 wurden diese ökologischen Brennpunkte umfangreich saniert und zu touristisch hochinteressanten Erholungslandschaften mit einmaligen Zeugnissen der Industriegeschichte umgewandelt.
Die Stationen der Route, die sich teilweise direkt am Radweg befinden, teilweise über einen Abstecher erreichbar sind, geben interessante Einblicke in die Geschichte und die Gegenwart dieser wandlungsfähigen Region. Alle Stationen sind auch mit dem PKW gut erreichbar.
Die entstandenen Bergbaufolgeseen sind besonders attraktiv für Badegäste, Wassersportler und Naturfreunde geworden. Mit ausgezeichneter Wasserqualität bieten sie einen idealen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.
Besuchen Sie außerdem Werkssiedlungen an ehemaligen Braunkohlekraftwerken und kommen Sie ins Staunen beim Anblick von einstigen Tagebaugroßgeräten. Besichtigen Sie an Originalschauplätzen, wo im 20. Jahrhundert bahnbrechende Erfindungen und Entwicklungen stattfanden. Lassen Sie Ihren Blick über einen aktiven Tagebau schweifen und besuchen eines der modernsten Kohlekraftwerke Europas.
Dabei ist die Route auch für Kinder interessant. Kinderspielplätze, Bildungseinrichtungen - teilweise mit multimedialen Ausstellungen-, Naturlehrpfade, Exkursionen und Wassersportangebote an den Seen bieten allerlei Abwechslung.
Ob mit dem Fahrrad oder dem PKW - erleben Sie den Wandel des einst mächtigen mitteldeutschen Industriereviers zu einer Kultur- und Erholungslandschaft!
Piesteritzer Werkssiedlung
Futurea Science Center
Bergwitzsee
Waldhaus am Bergwitzsee
Gremminer See
Ferropolis „Stadt aus Eisen“
Werkssiedlung Zschornewitz
Muldestausee
HAUS AM SEE Schlaitz
Buchdorf Mühlbeck-Friedersdorf
Großer Goitzschesee
Pegelturm an der Goitzsche
Wasserzentrum Bitterfeld
Elektro-Lok an der Villa am Bernsteinsee
Kreismuseum Bitterfeld
Industrie- und Filmmuseum Wolfen
Kulturpalast Bitterfeld
Bitterfelder Bogen
Grabschützer See
Werbeliner See
Schaufelradbagger SRs6300
Schladitzer See
Leipzig Schleußig und Plagwitz
Cospudener See
Neue Harth
Markkleeberger See
Bergbau-Technik-Park Großpösna
Störmthaler See
Kraftwerk Lippendorf
Tagebau Vereinigtes Schleenhain
Großstolpener See
Tagebauaussichtspunkt Profen 1 und Revierpark Profen
Lassen Sie Ihren Blick über den noch aktiven Tagebau Profen schweifen. Der Braunkohlenabbau hinterlässt tiefgreifende Spuren in der mitteldeutschen Bergbauregion. Am Aussichtspunkt erhalten Sie außerdem spannende Informationen rund um das Tagebaugeschehen. Im nahe gelegenen Revierpark zeigt sich eine renaturierte Landschaft, die durch Aufschüttung Flora und Fauna neues Leben schenkt.
Hydrierwerk Zeitz
Das Hydrierwerk Zeitz war ein Chemiewerk in Tröglitz bei Zeitz. Über 50 Jahre wurden hier aus Braunkohlenteer synthetische Kraftstoffe, Heiz- und Schmieröle, Treibgase, Leuchtöle, Paraffine und Phenole hergestellt. Die großindustriellen Anlagen zur Kohleverflüssigung wurden 1937/38 errichtet. Am heutigen Innovationsstandort des Chemie- und Industrieparks Zeitz zeigt an ausgewählten Terminen das Betriebsmuseum „Damals war’s“ die Entstehungsgeschichte und Errungenschaften des Hydrierwerks Zeitz. Zu bestaunen sind zum Beispiel detaillierte Modelle des Hydrierwerks sowie der Verfahren und die Sonderausstellung über die Analysetechnik des ehemaligen Betriebs. Kontakt: Arbeitsgruppe Heimatgeschichte im Heimatclub Tröglitz 2000, Tel.: 03441 535288
Gedenktafel Georgius Agricola im Dom St. Peter und Paul in Zeitz
Als Vater der Montanwissenschaften ist Georgius Agricola in die Geschichte eingegangen. Sein bekanntestes literarisches Werk „De re metallica libri XII“ gibt einen umfassenden Überblick über das Berg- und Hüttenwesen des 16. Jahrhunderts. In Zeitz fand der Gelehrte mit europäischem Rang seine letzte Ruhestätte. Die Gedenk tafel nebst Epitaph-Inschrift seiner Frau ist im Dom St. Peter und Paul Zeitz zu besichtigen.
Brikettfabrik Herrmannschacht
Die weltweit älteste erhaltene Brikettfabrik zeigt mit ihrem originalen Maschinenbestand eindrucksvoll die Veredelung der Braunkohle zum Brikett. Zwischen Metallriesen und Backsteinmauern finden sich die spannenden Zeugen innovativer Ingenieurskunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Weitere Sonderausstellungen und Exponate, wie funktionstüchtige Lokomotiven und Kräne sowie historische Öfen, runden den Besuch ab.
Kretzschauer See
Ab Mitte des 20. Jahrhunderts entstand aus dem ehemaligen Tagebau Groitzschen II der Kretzschauer See durch Grundwassereintritt. Das 25 Hektar große Gewässer bietet ausgezeichnete Wasserqualität und Erholung mitten in der Natur. Im Strandbad Kretzschau kann man sich auf der Strandterrasse als Besitzer einer Jahreskarte kulinarisch verwöhnen lassen. Auf der anderen Seite des Sees kann man sich Tretboote ausleihen oder einfach das kühle Nass genießen.
Bergarbeitersiedlung und -kirche sowie Heimatstube Trebnitz
Anfang des 20. Jahrhunderts weitete sich der Bergbau im Zeitz- Weißenfelser Revier rasant aus. Durch den Zuzug unzähliger Arbeitskräfte wurde schnellstmöglich preiswerter Wohnraum benötigt. Die Bergarbeitersiedlung und -kirche Trebnitz sind Zeugen dieses wachsenden Wirtschaftsbereichs Braunkohlenabbau. Die Grundstruktur dieser Siedlung ist bis heute erhalten und bewohnt; die Kirche ist auch heute noch zentraler Ort der Gemeinde Trebnitz. Umgeben von Tagebauen, Brikettfabriken und Industrieanlagen war Trebnitz eine typische Bergarbeiterortschaft. Die Heimatstube Trebnitz zeigt den Lebensalltag der Menschen über die Jahrhunderte.
Bergbaumuseum und Bergarbeiterkirche Deuben
Das Bergbaumuseum Deuben gibt mit Arbeitsgeräten, funktionstüchtigen Modellen und vielem mehr einen imposanten Überblick über die Geschichte des gesamten Zeitz-Weißenfelser Braunkohlenreviers. Höhepunkt ist eine originalgetreu nachgebaute, begehbare Tiefbaustrecke. Die Themen der Ausstellung reichen vom Tagebau über die Veredelung bis zur Landschaft nach dem Bergbau. Da die kleine Gemeinde Deuben durch den Zuzug von Bergleuten und Handwerkern stark gewachsen war, war der Bau einer neuen Kirche nötig. Mit einem bemerkenswerten Bleiglasfenster ausgestattet, wurde sie 1908 geweiht.
Erholungspark und Wandelgänge Mondsee
Aus dem ehemaligen Braunkohlentagebau Pirkau und umliegenden Abraumkippenbereichen ist ab 1986 das Naherholungsgebiet Mondsee entstanden. Badestrände, Camping, Übernachten im Schäferwagen, Freizeitflächen und die „Wandelgänge“ laden zum Verweilen ein. Neben Spaß im Labyrinth erzählen die „Wandelgänge“ digital über QR-Codes von den Dörfern, die den Tagebauen Profen und Pirkau weichen mussten.
Haus der Stadtgeschichte und Kirche St. Peter
In der bergbaugeprägten Geschichte der Stadt Hohenmölsen liest man die Entwicklung vom kleinen Dorf zum regionalen Zentrum ab. Der Braunkohlenbergbau forderte immer mehr Arbeitskräfte. Die Menschen siedelten sich zentral in Hohenmölsen an. Diese rasante Entwicklung der letzten 200 Jahre zeigt die Dauerausstellung im Haus der Stadtgeschichte. In der nebenstehenden Kirche St. Peter befindet sich ein Gedenkraum für Dörfer, die durch den Kohleabbau verloren gingen.
Auensee Granschütz
Zum Naturcamping und zur Naherholung lädt das Tagebaurestloch Auensee ein. Während man den Blick über das kühle Nass schweifen lassen kann, bietet die Gaststätte „Zweite Heimat“ Hausmannskost und ein Plätzchen zum Verweilen. Für eine längere Pause ist es ebenso möglich, in Bungalows zu übernachten.
Novalis-Gedenkstätte Weißenfels
Als eine der bedeutendsten Personen des Bergbaus im 18. Jahrhundert gilt Friedrich von Hardenberg, Literaturinteressierten auch als Novalis bekannt. Die Sole der Salinen, wie in Bad Dürrenberg und Bad Kösen, musste veredelt werden. Dafür benötigte man Braunkohle, wenn man den Kahlschlag in der Umgebung verhindern wollte. Als an der Bergakademie Freiberg ausgebildeter Bergassessor trug Friedrich von Hardenberg mit seinen regionalen Forschungsreisen und Tätigkeiten entscheidend zur Erschließung der Braunkohlenlagerstätten um den heutigen Tagebau Profen bei. Heute kann man sein Wohn- und Sterbehaus in Weißenfels besichtigen, die dortige Dauerausstellung sowie Führungen durch Weißenfels zur Novalis- Zeit genießen.
Herrenmühle Weißenfels
Die Herrenmühle Weißenfels, urkundlich erstmals 1639 erwähnt, wurde zu einem modernen, allen ökologischen Ansprüchen genügenden Wasserkraftwerk ausgebaut. Das Gelände ist zu einer wahren Idylle mit Parkcharakter umgestaltet worden, in der auf die Harmonie von Technik und Kunst viel Wert gelegt wird.
Geiseltalsee
Der Geiseltalsee entstand bis 2011 aus der Flutung und Rekultivierung eines ehemaligen Braunkohletagebaus und umfasst 1.800 Hektar Wasserfläche. Damit ist er Deutschlands größter künstlicher See. Er bietet eine atemberaubende Kulisse für Naturliebhaber und Freizeitbegeisterte. Die malerischen Uferwege sind ideal für Radfahrer und Spaziergänger, die die Schönheit der Region erkunden möchten. Ob entspannte Tage am Strand, aufregende Wassersportarten oder kulturelle Veranstaltungen – der Geiseltalsee hat viel zu bieten.
Marina Mücheln
Die Marina Mücheln ist der perfekte Ort für alle, die Natur, Entspannung und Abenteuer miteinander verbinden möchten. Direkt am malerischen Geiseltalsee gelegen, ahnt niemand mehr, dass sich hier einst Braunkohlebagger in die Erde gruben. Eine Vielzahl an attraktiven Freizeitmöglichkeiten für jeden Geschmack erwartet heute die Besucher des Sees. Dazu gehören ein umfassendes saisonales Gastro nomieangebot im Piergebäude und dem Hafenkontor ebenso wie ein Fahrradverleih und verschiedene Bootsverleihe.
Marina Braunsbedra
In der Marina Braunsbedra, ebenfalls am Geiseltalsee gelegen, erwartet die Besucher eine abwechslungsreiche Kombination aus Aktivität und Entspannung. Ob bei einer Schiffsfahrt, bei einer Weinprobe regionaler Weine in der Vinothek oder bei einer Übernachtung in einem fahrenden Hausboot – hier findet man das perfekte Erlebnis für einen Aufenthalt. Ein weiteres Highlight ist die Seebrücke. Bei einem Spaziergang über die malerische Holzbrücke gibt es atemberaubende Ausblicke auf den See und die Umgebung.
Weinberg „Goldener Steiger“
Der Weinberg „Goldener Steiger“ liegt direkt am 28 Kilometer langen Geiseltal-Rundweg. Auf der ehemaligen Abraumhalde des Braunkohletagebaus mit einem Südhang von 30 Prozent Neigung und dem Geiseltalsee, der die Sonnenwärme tagsüber speichert und nachts an die Trauben abgibt, erntet ein Winzer die edlen Trauben. Der Weinberg gehört zur höchsten Form der Rekultivierung ehemaliger Tagebaugelände und war der erste seiner Art in Deutschland. Von April bis Oktober lädt die Straußwirtschaft der Winzerfamilie Reifert zu einem edlen Tropfen ein.
Zentralwerkstatt Pfännerhall
Die Zentralwerkstatt Pfännerhall wurde ursprünglich als Teil der industriellen Infrastruktur in der Region errichtet, es handelt sich um die ehemalige Werkstatthalle der Brikettfabrik „Pfännerhall“. Das heutige Industriedenkmal beherbergt mehrere interessante Ausstellungen, u. a. „300 Jahre Bergbau“ und die Ausstellung „Fundort Pfännerhall“ mit den fossilen Funden aus dem Geiseltal, wie dem Urpferdchen und dem Nachbau eines Altelefanten.
Brikettausstellung im Rathaus Braunsbedra
Die Brikettausstellung im Rathaus Braunsbedra ist eine ausführliche Bergbausammlung des Bergmanns Hans Bernd Hilprecht mit Figuren und Darstellungen von Günther Hündorf. Mehrheitlich besteht die Ausstellung aus Präge- und Schmuckbriketts lokaler und regionaler Brikettfabriken. Darüber hinaus werden Modelle von Bergbaumaschinen sowie von weiteren Objekten mit Bezug zur Braunkohleindustrie und dem Bergbau gezeigt. Die Sammlung ist im Rathaus der Gemeinde im Flur öffentlich zugänglich.
Deutsches Chemiemuseum Merseburg
Im 19. Jahrhundert begann die chemische Industrie in Merseburg zu wachsen. Die Braunkohle war begehrter Energieträger für die chemische Industrie und wurde auch chemisch veredelt. Die Gründung von Unternehmen wie der „Merseburger Chemischen Fabrik“ trug zur wirtschaftlichen Blüte bei. Leuna ist vor allem bekannt für das Leuna- Werk, das 1916 gegründet wurde. Es war eines der größten Chemiewerke in Deutschland. Die Industriegeschichte von Merseburg und Leuna ist ein wichtiger Teil des kulturellen Erbes der Region. Der Technikpark des Deutschen Chemie-Museums am Campus der Hochschule Merseburg reflektiert über ein Jahrhundert chemische Industrie und Chemieingenieurwesen. Die Bedeutung der Braunkohle als Energieträger für die großen Chemiebetriebe und für die Herstellung von chemischen Produkten wird explizit dargestellt. Der Technikpark gibt Einblicke in die Vielfalt komplexer Chemieanlagen, ihre Apparate und Maschinen, die Analysen-, Mess- und Regeltechnik. Die Artefakte aus den Großbetrieben der mitteldeutschen Chemieregion vermitteln den jeweiligen Stand der Technik.
Wallendorfer See und Raßnitzer See
Der Wallendorfer See liegt direkt neben dem Raßnitzer See. Beide Gewässer entstanden als Bergbaufolgelandschaft nach dem Ende des Braunkohleabbaus der Restlöcher des Tagebaus Merseburg-Ost (1991). Die Seen wurden mit Wasser aus der nahe gelegenen Weißen Elster geflutet. 2019 wurden der Wallendorfer See und der Raßnitzer See als offizielles Badegewässer anerkannt. Drei Jahre später, im Jahr 2022, erhielten die Seen die Bewertung „ausgezeichnet“ in Bezug auf die Wasserqualität.